Sonntag, 11. Januar 2026
Filmpodium, Zürich
www.filmpodium.ch
Fhunyue Gao aka Yue 月G (Theremin, Elektronik, Stimme)

Im Vorprogramm zeigen wir zwei Perlen des frühen experimentellen Films, die sich am Tanz als einer sich von der Literatur und vom Theater radikal unterscheidenden Kunstform orientieren. Bei Germaine Dulac entwickeln sich Linien, Flächen und Volumen direkt, ohne künstliche Anspielungen, in der Logik ihrer Formen, befreit von jeder allzu menschlichen Bedeutung, um sich besser zur Abstraktion zu erheben und den Empfindungen und Träumen mehr Raum zu geben. Auch Miklós Bándys und Stella Simons im Umfeld der Berliner Avantgarde entstandener abstrakter Kurzfilm ist inspiriert vom Tanz und zeigt Hände, die verschiedene Charaktere verkörpern, die durch eine Liebesgeschichte miteinander verbunden sind.
Die beiden Kurzfilme werden von der Genfer Thereministin, Elektronikerin und Sängerin Yue 月G aka Fhunyue Gao vertont, die in klassischem Ballett sowie zeitgenössischem Tanz ausgebildet ist und seit 2015 als freischaffende Performerin, Choreografin und Musikerin arbeitet und Soloprojekte für Theater- und Performanceproduktionen kreiert und komponiert.
Tout Bleu (Stimme, Gitarre, Cello, Keyboard, Elektronik)

Als «Das Blumenwunder» nach mehrjährigen Dreharbeiten 1926 in die Kinos kommt, versetzt der Film das Publikum in helle Begeisterung, indem er Naturvorgänge durch den Einsatz des Zeitraffers anschaulich macht. Monumental beginnen sich die Pflanzen vor unseren Augen zu bewegen, sie tanzen nach dem Rhythmus von Tag und Nacht. Man sieht die Pflanzen atmen, wachsen und sterben. Der natürliche Eindruck, die Pflanze sei unbeseelt, verschwindet vollständig. Ergänzt wird diese natürliche Choreografie durch Szenen, in denen Tänzerinnen das Wachstum der Pflanzen künstlerisch nachgestalten. Oder in den Worten des Kunsttheoretikers Rudolf Arnheim: „Der aufregendste, phantastischste und schönste Film, der je gedreht wurde.“
Vertont wird dieser faszinierende Kulturfilm von Tout Bleu, dem Genfer Trio um die Sängerin und Multiinstrumentalistin Simone Aubert mit Luciano Turella an der Viola und dem Live-Elektroniker POL. Hier kommen eindringliche Streichinstrumente, stotternde Beats und opernhafter Gesang in pastoralem Darkwave-Gewand zusammen. Das klingt ein bisschen wie Nico, die mit den elektro-akustischen Shoegazern Disco Inferno jammt.
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