Montag, 5. August 2024
Teatro Gebes Medeiros, Manaus
cultura.am.gov.br/espacos-culturais/teatros/teatro-gebes-medeiros
Mara Miccichè aka Iokoi (Stimme, Elektronik), Bit-Tuner (Elektronik)
Constanza Pellicci (Stimme), Linda Vogel (Harfe, Stimme)
La daphnie
Jean Painlevé, Frankreich, 1929, 10 min
Les Mystères du Château de Dé
Man Ray, Frankreich, 1929, 20 min
Marina Mello (Harfe), Thelmo Cristovam (Altsaxophon)

Neben Jean Painlevés unbestrittener Stellung als Pionier des wissenschaftlichen Unterwasserfilmes sind aus künstlerischer Perspektive insbesondere seine Verbindungen zu den Surrealisten von Interesse. Seine liebevolle mikroskopische Perspektive auf die faszinierenden Lebewesen der Unterwasserwelt veränderte den Massstab und zog das Publikum noch tiefer in eine fremde abstrakte Welt hinein. Seine Fähigkeit, diese Lebewesen aus nächster Nähe zu betrachten, und die jenseitigen Bilder, die er dabei entdeckte, erregten die Aufmerksamkeit surrealistischer Fotografen wie Man Ray, dem er in der Folge zu einem Seestern verhalf für seinen gleichnamigen Film. Anders als Painlevé, der immer wieder das Eigene im Fremden suchte, um die Tiere dem Menschen vertrauter zu machen, ist Man Rays Intention eine andere und zielt auf die Filmkunst selbst. Denn das Eigene will so gut gelernt sein wie das Fremde.
Vertont werden diese Perlen des cinematographischen Aquariums von den Mitgliedern des IOIC Fitzcarraldo Ensemble, die für diese Kurzfilme jeweils in den Duo-Formationen Iokoi & Bit-Tuner (Stimme & Elektronik), Constanza Pellicci & Linda Vogel (Stimme & Harfe) und Marina Mello & Thelmo Cristovam (Harfe & Altsaxophon) auftreten werden. Betörende Gesänge, verzerrte Saiten und synthetische Korridore locken uns gleich Sirenen an, um uns in die dunkle Tiefe der Unterwasserwelt zu verirren.
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